Arduino-Demo mit TensorFlow Lite und Bluetooth Web API

Im Rahmen der Google I/O stellt Google ein neues Beispielprojekt zur Verfügung, das einen Arduino Nano BLE mit Chrome verbindet und die Mikrocontroller-Variante von TensorFlow Lite zur Gestenerkennung verwendet.

von Tam HANNA

Worum geht es hier?

Die Erstellung der AI-Modelle macht bei Embedded-Systemen mit Funktionen der künstlichen Intelligenz oft den Gutteil des Aufwands aus. Mit TensorFlow Lite for Microcontrollers (siehe auch https://www.tensorflow.org/lite/microcontrollers) bietet Google seit einiger Zeit eine Variante des hauseigenen AI-Frameworks an, die für 32bit-Mikrocontroller vorgesehen ist.
Für AI-Modelle zuständige Codierer (Verwendungsbezeichnung meist Data Scientist) können so einen Gutteil ihrer Kenntnisse auch am Mikrocontroller einsetzen.

Lösung in mehreren Teilen

Das vorliegende Projektbeispiel enthält einerseits eine im Browser lebende Training-Applikation, die (siehe Screenshot weiter oben) per Bluetooth Web API Kontakt zum Arduino Nano aufnimmt. Die Web Bluetooth API ist dabei eine vor Allem in Chrome implementierte API, die Web-Applikationen den Zugriff auf Bluetooth und Bluetooth LE-Geräte ermöglicht.

Bildquelle ist hier der allgemein empfehlenswerte Dienst caniuse, der – siehe auch https://caniuse.com/web-bluetooth – darüber informiert, in welchen Browsern bestimmte APIs zur Verfügung stehen

Die Web-Applikation beschränkt sich dabei auf das Entgegennehmen und Weiterleiten der Informationen. Der Gutteil der AI-Aufgaben findet sich in einer Pythondatei (tiny-motion-trainer/blob/main/backend/main.py), die dank des Flask-Frameworks REST-Anfragen verarbeiten kann:

1
 
2
app = Flask(__name__)
3
app.config['UPLOAD_FOLDER'] = 'uploads/'
4
CORS(app, resources={r"/*": {"origins": "*"}})

Interessant ist auch der für die Datenübertragung vorgesehene Algorithmus: die Kommunikation erfolgt ausschließlich über BLE, das Protokoll sieht keine Unterstützung für die im normalen Bluetooth vorgesehenen OBEX-Übertragungen vor. Google ”emuliert” stattdessen unter Nutzung zweier Charakteristiken ein hauseigenes Übertragunssystem, das sich auch in eigenen Anwendungen nutzen lassen sollte:

1
#include "ble_file_transfer.h"

Für das eigentliche Vorhalten der Modelldaten stellt Google eine weitere dedizierte Klasse zur Verfügung, die im Rahmen des Empfangs eines neuen Modells nach folgendem Schema aktualisiert wird:

1
inline void updateFileTransfer() {
2
  ble_file_transfer::updateBLEFileTransfer();
3
  if (newModelFileData != nullptr)
4
  {
5
    Serial.println("reloading model");
6
    model_tester::loadModel(newModelFileData);
7
    . . .
8
    setState(INFERENCE);
9
  }
10
}

Die eigentliche Datenweitergabe erfolgt im Rahmen der Funktion updateIMU, die bei Aktualisierungen die update()-Funktion aufruft:

1
inline void updateIMU() { . . .
2

3
  while(data_provider::dataAvailable()){
4
    data_provider::update(buffer, useMagnetometer);
5
 
6
    if(currentState == INFERENCE || currentState == INFERENCE_AND_DATA_PROVIDER){
7
      if(model_tester::isModelLoaded){
8
        model_tester::update(buffer);  
9
      }
10
    }

Zu guter Letzt noch der Code für die Übertragung von IMU-Informationen in Richtung der Webseite:

1
    if(currentState == IMU_DATA_PROVIDER || currentState == INFERENCE_AND_DATA_PROVIDER){
2
      // provide data to IMU trainer
3
      dataProviderTxChar.writeValue(buffer, bufferSize * FLOAT_BYTE_SIZE);
4
    }
5

6
  }
7
}

Lohnt es sich?

Außer Frage steht, dass die hier demonstrierte Aufgabe nur geringen praktischen bzw. kommerziellen Nutzwert hat. Dies gilt allerdings nicht für die Kombination aus TensorFlow Lite und der Web Bluetooth API – während ersteres auch für Bildklassifizierungsaufgaben einsetzbar ist, ermöglicht zweitere die Interaktion mit Hardware ohne plattformspezifische Applikationen.

Weirere Ressourcen

Arduino-Code
=> https://github.com/googlecreativelab/tf4micro-motion-kit/releases/tag/v005

Web-Code
=> https://github.com/googlecreativelab/tiny-motion-trainer

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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Raspberry Pi News-Roundup: neue RP2040-Boards

Im Raspberry Pi-Ökosystem gibt es Neuerungen: der RP2040 steht – zwar noch nicht als Standalone-Chip, aber immerhin – abseits des Raspberry Pi Pico zur Verfügung.

von Tam Hanna

Worum geht es hier?

Der RP2040 ist ein Mikrocontroller aus dem Hause Raspberry Pi. Der nicht zur Ausführung von Debian bzw Raspbian Linux befähigte SBC war bisher nur am Raspberry Pi Pico verfügbar, nun gibt es auch Platinen anderer Hersteller (unter Anderem mit WLAN auf der Printplatte).
Feather bzw insbesondere Grove sind derweil Steckerspezifikationen, die die Anbindung verschiedener Hardwaregeräte erleichtern – wer auf seiner Platine einen passenden Grove-Steckplatz vorfindet, kann beispielsweise einen im Grove-Format vorliegenden NFC-Cardreader anstecken.

Arduino Nano RP2040 Connect – WLAN, Bluetooth und OpenMV-Lizenz

Der im Januar angekündigte RP Connect bringt ein WLAN-Modul aus dem Hause U-Blox (u-blox NINA-W102 WiFi ) und eine OpenMV-Lizenz mit. Sonst entspricht der Formfaktor dem Arduino Nano, eine IMU erleichtert kleine Sensorik-Anwendungen.

Im Bereich der Programmierung steht sowohl der Arduino Core als auch MicroPython zur Verfügung. Arduino bewerben zudem die enge Integration des Boards in den hauseigenen Clouddienst – er erlaubt sogar die Programmierung per WLAN.

Wio RP2040: ohne Bluetooth geht es auch

Seeed Studio gehen mit dem Wio RP2040 einen analogen Weg – das vom Formfaktor her an den ESP32 erinnernde Board hat ebenfalls einen WLAN-Transmitter auf der Platine. Welcher Chip dabei genau zum Einsatz kommt, ist im Moment nicht bekannt. Es dürfte sich allerdings um einen ESP8266 oder ein ähnliches Modell handeln, weil die Platine keine Unterstützung für Bluetooth bietet.

Neben dem direkt auf die Platine lötbaren Modul (rund 7USD) gibt es um 13USD auch eine vom Formfaktor her an den Raspberry Pi Pico oder ein ESP32 DevKit C erinnerndes Board, das die direkte Anbindung an Steckplatine und Co ermöglicht.

Modul => https://www.seeedstudio.com/Wio-RP2040-Module-p-4932.html
PCB => https://www.seeedstudio.com/Wio-RP2040-mini-Dev-Board-p-4933.html

Adafruit Feather RP2040

Wo die Raspberry Pi Foundation ist, ist Adafruit meist nicht fern. Im Feather-Formfaktor steht nun auch ein RP2040-basiertes Board zur Verfügung. Die fünf Gramm schwere Platine hat einen USB C-Anschluss, im Bereich Signalisierung gibt es eine NeoPixel-RGB-LED (WS28xx-basiert), zwecks Adaption an den Arduino-Standard ist GPIO13 des RP2040 mit einer roten LED verbunden.

Grove Shield for Pi Pico v1.0

Mit dem Grove-Standard (siehe https://wiki.seeedstudio.com/Grove_System/) bietet Seeed Studio einen aus vier verschiedenen Steckertypen bestehenden Standard-Bus an, der analog zu MikroE bzw Microsoft’s mittlerweile in Ehren verblichenen Gadgeteer das Anschließen “standardisierter Peripherie” erlaubt.
Auch hier gilt, dass der RP2040 nun Teil dieses Ökosystems ist – eine um 4.3USD erhältliche Platine kümmert sich um die Adaption.

Vom Port-Komplement her stehen 2 I2C-Anschlüsse, drei Analog-Anschlüsse, zwei UART- und drei digitale Konnektoren zur Verfügung.

=> https://www.seeedstudio.com/Grove-Shield-for-Pi-Pico-v1-0-p-4846.html

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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ESP32-WROOM-DA – ESP32-Modul mit direktiven Antennen

Mit dem WROOM-DA steht ein neues ESP32-Modul ante portas, das auf seiner Platine zwei um 90 Grad verdrehte PCB-Antennen mitbringt. Sinn dieser Vorgehensweise ist die Verbesserung der Reichweite.

von Tam Hanna

Worum geht es hier

Der ESP32 ist ein Mikrocontroller, der vergleichsweise leistungsfähige Rechenkerne mit einem WLAN- und einem Bluetooth-Transmitter kombiniert und so bei der Realisierung von Systemen des Internet der Dinge hilft.
Mit dem WROOM-DA steht nun eine neue Version ante portas. Sie bringt zwei in einem Winkel von 90 Grad zueinander verdrehte Antennen mit und sorgt so für bessere Funkleistungen.

Mit dem ESP32-WROOM-32E pinkompatibel

Espressif experimentierte in der Vergangenheit mit RISC-V-Kernen. Beim WROOM-DA bleibt man dem ursprünglichen Konzept treu, das Modul basiert auf dem ESP32-D0WD-V3 mit seinen zwei Xtensa LX6-Prozessoren. Das SRAM ist 520KB groß, 448KB ROM nehmen die Benutzerapplikation auf.
Über die Frage, wie zwischen den beiden Antennen geschaltet wird, schweigt sich Espressif derzeit aus. In der offiziellen Ankündigung findet sich nur die folgende, vergleichsweise vage Aussage:

1
While being used, the module works according to signal strength, selecting the strongest signal to ensure continuous communication. When a weak signal is detected, the module continues to work with an API call that helps it switch to the other antenna with a stronger signal.

Wie dies genau funktioniert, ist derzeit nicht bekannt. Eine schnelle Durchsuchung der letzten Commits im ESP-IDF-Repository (siehe https://github.com/espressif/esp-idf/commits/master) ergab keine Änderungen, die auf eine diesbezügliche, neue API hinweisen.
Wirklich neu ist die Idee indes nicht. Toshiro Kodera veröffenbtlichte schoin 2017 seine Überlegungen zum Thema “Adaptive antenna system by ESP32-PICO-D4 and its application to web radio system” – das Paper findet sich unter https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468067217300871.

Was tun?

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels ist der WROOM-DA “Bückware” und bei Distributoren und Suchengines wie OEMSecrets nicht zu finden. Wer den Chip in einem Design verwenden mächte, muss https://www.espressif.com/en/contact-us/sales-questions aufrufen und eine Anfrage stellen. Ob der elektronischen Kompatibilität mit dem ESP32-WROOM-32E lässt sich anhand der (wohl zu +/- 10% maßstäblichen) Grafik allerdings schon eine Berechnung für Keepout Zones und physikalische Dimensionierungen vornehmen – der Autor hat dies in der Grafik vorweggenommen…

Weitergehende Informationen

Ankündigung bei Espressif
=> https://www.espressif.com/en/news/ESP32-WROOM-DA

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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OpenScan: 3D-Scanner für zuhause

Image:openscan.jpg

3D-Drucker haben sich dank guter Verfügbarkeit und geringen Einstiegspreisen mittlerweile auch in Hobbykreisen etabliert. Eine breite Auswahl an verfügbaren 3D-Modellen sorgt zudem dafür, dass man eine Vielzahl an Objekten nicht selbst erstellen muss, wobei man zumindest bei speziellen Teilen nicht um die Konstruktion herumkommt. Ein Scanner kann hier unterstützen oder die Arbeit ganz abnehmen.

3D-Scanner als stimmige Ergänzung zum Drucker sind allerdings noch eine Seltenheit und bessere Geräte auch nicht gerade günstig. Das Open Source Projekt OpenScan zeigt, dass sich sehr gute Ergebnisse auch zuhause mit überschaubaren Kosten erzielen lassen. Dabei kommt entweder ein Raspberry Pi mit Kameramodul oder ein Arduino zum Einsatz, wobei die gesamten Elektronikteile für 140 bis 195 € als fertiges Set bezogen werden können. Die restlichen Teile lassen sich entweder selbst ausdrucken oder je nach Variante ab 45 € erwerben.

Je nach Version erhält man so eine relativ kompakte Scaneinheit. Zusätzlich wird gegebenenfalls noch eine Kamera oder das Smartphone für die Aufnahme der Bilder benötigt, falls die Pi-Camera nicht zum Einsatz kommt. Mit einer eigenen Bedienoberfläche lässt sich der Scanner dann ansteuern.

Die Qualität der Scans kann anhand einiger Galeriebeispiele bewertet werden, zudem gibt es einen Youtube-Kanal und einen Blog mit weiteren Informationen, Hinweisen und Beispielen.

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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GigaDevice RISC-V: erste Schritte ohne IAR

Für die Entwicklung von RISC-V-Software steht mit Nuclei Studio eine kostenlose, auf Eclipse CDT basierende IDE zur Verfügung. Das vor wenigen Wochen erschienene Update 2021.02 bietet Anlass für erste Gehversuche.

von Tam Hanna

Worum geht es hier?

RISC-V (bestens beschrieben in Computer Organization and Design RISC-V Edition von Pedersen und Hennessy, kostenloser Download angeblich unter http://staff.ustc.edu.cn/~llxx/cod/reference_books/Computer%20Organization%20and%20Design%20RISC-V%20edition.pdf) ist „nur“ eine Beschreibung einer Prozessorarchitektur. Für die eigentliche Realisierung einer MCU sind Peripheriegeräte erforderlich – ein RISC-V-Controller des Herstellers A ist also nur sehr unwahrscheinlich mit Hersteller B binärkompatibel.
Neben sektiererisch inspirierten (da Opehn Sourz, gim‘me dat‘ VC money, yo!) Halbleiterhäusern zweifelhafter Provenienz steht mit GigaDevice ein chinesischer Traditions-Flashhersteller am Start. Das Unternehmen erwies sich in der Vergangenheit – siehe z.B. die diversen Calls mit Future Electronics – als im Bezug auf Lieferfähigkeit zuverlässiger (und sanktionssicherer) Partner.
Für die GD32VF103-Familie spricht außerdem, dass sie vom Peripheriegerätedesign her an den STM32F10x-Chips angelehnt sind – wer die Bedienung bzw Programmierung der Peripherie von STM kennt, hat beim Umstieg sowohl vom Registeraufbau als auch von der API her weniger Aufwand.

Komponenten zusammensuchen

Für den Download der IDE empfiehlt sich die URL https://www.nucleisys.com/download.php – sie brauchen NUR die in der Rubrik Nuclei Studio IDE angebotenen Archive. Der unter Windows 10 arbeitende Autor extrahierte das Paket in das Verzeichnis C:NucleiStudio.
Während des Downloads besuchen Sie bitte http://gd32mcu.com/en/download, wo GigaDevice diverse Ressourcen für die hauseigene Prozessorflotte anbietet. Für uns ist die in der Rubrik Tools & Software befindliche „GD32VF103 Firmware Library “ relevant – sie enthält eine Gruppe kleiner Beispiele, aus denen sie den für die Ansteuerung des jeweiligen Peripheriegeräts notwendigen Code entnehmen können. Dies ist erforderlich bzw sinnvoll, weil GigaDevice (derzeit) keinen Codegenerator a la Cube oder MCC / Harmony anbietet.
Der eigentliche Start der IDE erfolgt dann durch Aufruf der Datei NucleiStudio.exe – Eclipse CDT braucht, wie immer, einen Workspace. Nach dem Start erstellen wir ein Projekt auf Basis der Vorlage C Managed Build – die für den GD32 korrekte Vorlage lautet „Nuclei SDK Project for GD32VF103“. Bei der Board-Auswahl empfiehlt sich die Option GD32vf103v_eval auch dann, wenn Sie das kleinere START-Board (bei TME preiswert unter https://www.tme.eu/de/katalog/entwicklungsboards-sonstige_112895/?s_order=desc&search=GD32VF&s_field=1000011 erhältlich) verwenden.

Projektstruktur im Blick

Lohn der Mühen ist die Erzeugung einer vergleichsweise umfangreichen Projektstruktur, die neben dem eigentlichen Samplecode diverse für die Ansteuerung des SoC benötigte Komponenten mitbringt. Am wichtigsten sind die in Abbildung zwei gezeigten Header – Ähnlichkeiten zu CUBE sind rein zufällig.

Ob des Fehlens eines Codegenerators nimmt ihr Projekt auch den gesamten Treibercode auf – Abbildung drei zeigt einen Teil des Komplements an .c-Dateien.

Interessant ist noch der Aufbau der Standardbibliothek: die eigentliche Hardwareinteraktion erfolgt durch Stub-Funktionen, die im in Abbildung vier gezeigten Ordner unterkommen.

Zur Veranschaulichung des Aufbaus hier noch ein Blick auf das Skelett der Methode _open:

1
#undef errno
2
extern int errno;
3

4
__WEAK int _open(const char *name, int flags, int mode)
5
{
6
    errno = ENOSYS;
7
    return -1;
8
}

Was weiter?

An dieser Stelle beginnt die eigentliche Programmierung – ergreifen Sie ein oder mehrere Beispielprogramme, fügen Sie sie zusammen und senden Sie sie auf die dank MiniUSB-Stecker direkt ansprechbare Evaluationsplatine.

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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PCIM – Neuigkeiten-Roundup, Passives und Sonstiges

Passive Bauteile mögen nicht so “flashy” sein wie Transistoren, Microcontroller und andere IS – das bedeutet aber nicht, dass sie für das Gesamtsystem von geringerer Bedeutung sind. Hier einige interessante Neuerungen aus diesem Bereich.

von Tam Hanna

Worum geht es hier?

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung der Neuigkeiten-Liste der PCIM 2021. Mehr Informationen zur PCIM finden sich im unter https://www.mikrocontroller.net/topic/518172 bereitstehenden Vorgängerartikel. Nebenbei erwähnen wir auch das Problem der Deratierung von MLCCs – wer von Elkos / Tantal umsteigt, sollte den Abschnitt zu CeraLink studieren.

Isabellenhütte: Shunt trifft Busbar

Hochstromanwendungen dürften für Schlomo Mikrocontrollerprogrammierer keine wirkliche Rolle spielen – in Zeiten von Motorsteuerung, Elektromobilität und mehr ändert sich dies. Sowohl zum Batteriemanagement als auch bei Motorsteuerungen braucht man genaue Strommessungen, was seit jeher zum Shunt-Widerstand führt. Isabellenhütte bringt nun eine Gruppe neuer Busbar-Elemente, die – siehe Abbildung – Messwiderstände integrieren.

Wasserkühlung für Transistor, IGBT und Co

Abwärme ist in vielen Anwendungen der limitierende Faktor – neue Gehäuseformen versuchen den thermischen Widerstand zu reduzieren. Ein weiterer Trend, der im Workstationbereich seit längerer Zeit etabliert ist, betrifft Wasserkühlungen. Jetcool liefert nun Adapter aus, die direkt an IGBT-Modulen andocken.

TDK: Hochspannungs-Speicherkondensatoren

Motorsteuerungen und Inverter arbeiten mit immer höheren Gleichspannungen. Dazu benötigt man – logischerweise – Kondensatoren, die diesen Spannungslevels widerstehen können.

Die Tabelle zeigt die neuen Produkte aus dem Hause TDK – die Maximalkapazität von 260uF gibt es bei einer Maximalspannung von 450V.

CeraLink – Kondensator mit positiver Deratierung

Im Substrat erfolgende Prozesse sorgen bei MLCC-Kondensatoren dafür, dass ihre Kapazität bei steigender Biasspannung sinkt – je nach Gehäusegröße kann dies die Hälfte der Nennkapazität betreffen (Messungen, beispielsweise mit einem Bode 100, sind vor dem Umstieg von Elko auf MLCC erhellend). TDK bietet mit CeraLink ein Substrat an, das sich – siehe Abbildungen – in diesem Bereich anders verhält.

(Bildquelle: https://bit.ly/3evmp5R, lesenswert)

Produkthighlight der PCIM sind neue Kondensatoren, die in kleineren Bauformen verfügbar sind:

1
NEW to the CeraLink product line up is a smaller chip size, CeraLink 2220, for further miniaturization. Depending on your application, you may choose between standard or soft termination. Samples are already available. Specification of the 500 V component comprise Cnom, typ 250 nF, IRMS @100 kHz and 85 °C about 5 A for standard termination and -5% (max.) for soft termination.

Mehr Informationen finden sich im unter https://bit.ly/3ttK76B bereitstehenden PDF, das neben den neuen Kondensatoren auch einen Überblick der elektrotechnischen Grundlagen der CeraLink-Technologie präsentiert.

Bonus: MLCC-Deratierung, live

Zu guter Letzt noch für alle aus der Pension zurückgekommenen ein (längeres) Video, das die Probleme mit MLCC-Kondensatoren demonstriert => https://www.youtube.com/watch?v=-DCChVqf1XI.

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PCIM – Neuigkeiten-Roundup, Halbleiter

Die PCIM neigt sich dem Ende zu – Zeit, einige Highlights herauszubrechen. Hier Neuigkeiten von STM, Nexperia und “grundlegenden Halbleitern” im Allgemeinen.

von Tam Hanna

Worum geht es hier?

Die PCIM – kurz für Power Conversion Intelligent Motion – ist ein von Mesago normalerweise in Nürnberg abgehaltenes Event, das sich auf Lösungen der Energietechnik konzentriert. Ob der Pandemie fand das Event diesmal rein virtuell statt: als Delivery Platform setzte Mesago abermals auf (das vom Handling her suboptimale) Talque. Ziel dieser Kurzmeldung ist die Vorstellung einiger subjektiver Highlights des Autors.

LFPAK88 / AcePack SMIT – neue Packages

Die in Leistungshalbleitern abfallende Leistung wird in Motorsteuerungen nur allzu oft durch den thermischen Widerstand des Gehäuses beschränkt: bekommt man die Wärme nicht schnell genug aus dem IS, so brennt dieses irgendwann durch.
Nexperias LFPAK88 – die 88 steht für die Größe von 8x8mm – soll laut Ankündigung gleichzeitig 48 und 52 mal so viel Leistung wie “ein Vergleichsgehäuse” verkraften (siehe Abbildung).

Das seit 2019 in Entwicklung bzw Ankündigung herumgeisternde Gehäuse kommt – auch hier siehe Abbildung – ohne interne Bonddrähte aus, was sowohl parasitäre Induktivität als auch Wärmewiderstand reduziert.

(Bildquelle hier https://efficiencywins.nexperia.com/efficient-products/LFPAK88-takes-a-shorter-path-to-efficiency.html, URL ist lesenswert)

Ursache für die abermalige Neuerungsnennung ist, dass Nexperia nun an Bauteilen mit höhreren Vgs-Werten arbeitet.

ST Microelectronics (ehemalige SGS Thomson) schicken mit dem ACEPACK SMIT – kurz für Surface Mounted Isolated Top-Side Cooled Package – ebenfalls ein neues Gehäuse ins Rennen. Auch hier gilt, dass die Idee seit 2019 öffentlich ist; nun werden Komponenten verfügbar. STM betonen dabei die Integrativität des Gehäuses, das verschiedene Halbleitertypen aufnehmen kann.

MOSFETs für den Parallelbetrieb

Wer MOSFETs paralellschaltet, muss darauf achten, möglichst geringe Vth-Differenzen zu selektieren. Mit den Current Sharing MOSFETs schickt Nexperia ein Alternativkonzept ins Rennen, das ohne Selektion auskommt.
Wie Nexperia dies intern realisiert, legt man nicht offen. Nach Ansicht des Autors dürfte es sich um eine “Flankensteilheits-Beschränkung” handeln – Nexperia zeigt ein Video, in dem die Ansteuerungsfrequenz der Testobjekte im Bereich 20KHz liegt.
Leider gilt hier, dass die Chips derzeit noch in der Testphase sind – wer sie in Designs verwenden möchte, muss mit seiner lokalen Vertretung Kontakt aufnehmen. Die im Video versprochene “praktische Verfügbarkeit Ende 2020” wurde offensichtlich nicht eingehalten:

1
Available in LFPAK88, Nexperia’s copper-clip 8mm x 8mm SMD package, the products are currently in development and we are looking to work with engineers to receive samples and test in your own designs.

Halbleiter mit breitem Bandabstand überall

Auf GaN (Galliumnitrid) oder SiC (Siliziumcarbid) basierende Halbleiter sind mittlerweile von so gut wie allen etablierten Herstellern verfügbar, Littelfuse bietet beispielsweise sowohl Dioden als auch Transistoren aus den neuartigen Materialien an. Der Vorteil ist dabei – durch die Bank – geringerer Rdson, was zu geringeren Energieverlusten in den Schalt- oder Steuerelementen führt.

Kostenlose Literatur zu MOSFETs und mehr

Nexperia (siehe https://efficiencywins.nexperia.com/efficient-products/nexperia-design-engineers-guides.html) erweist sich auch als Quelle kostenloser Literatur. Das “MOSFET and GaN FET Application Handbook: Power Design Engineers Guide” – der Autor musste auf die kostenlose Lieferung nach Ungarn mehr als einen Monat warten – enthält Prints einiger Dutzend Application Notes zu fortgeschrittenen und grundlegenden Themen mit FET-Bezug.

Wie geht es weiter?

In einem in wenigen Stunden erscheinenden Folgeartikel werfen wir einen Blick auf passive Komponenten und sonstige Neuerungen.

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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Neue Entwicklerhardware von Arduino, FLIR, Renesas und Seeed

Im Laufe der letzten Woche wurden einige länger angekündigte Evaluationsboards im Handel verfügbar – hier interessante Kandidaten aus den Rubriken AI, Infrarotkamera, und I2C-Reichweitenverlängerung.

von Tam Hanna

Worum geht es hier

Evaluationsboards sind so gut wie immer teurer als hauseigene Designs – extreme Skalierungseffekte wie beim MPU6500 wollen wir hier außer Acht lassen. Andererseits bringen sie eine wesentliche Beschleunigung des Entwicklungsprozesses, weshalb sie nach Meinung des Autors in vielen Fällen sinnvoll sind.

Breakout-Board für Arduino Portenta

Massimo Banzis Arduino-Teil erwies sich bei Adoption von Produkten aus dem Hause STMicroelectronics als langsam – dass die im Arduino-Bürgerkrieg unterlegene Fraktion von Anfang an auf STM setzte, sei angemerkt.

Sei dem wie es sei, steht mit dem Portenta H7 ein Arduino-Board zur Verfügung, das auf der Unterseite einen Steckverbinder mitbringt, der die diversen Signale des verwendeten STM32-Mikrocontroller von außen ansprechbar macht.
Mit den Arduino Portenta Breakout steht nun ein 40 EUR kostendes Board zur Verfügung, auf dem ein Arduino Portenta “reitet“. Lohn der Arbeit für Sie als Entwickler ist, dass sie damit – siehe Abbildung – auf alle zur Verfügung stehenden Signale bequem zugreifen.

Machine-Learning mit Arduino

Das Konzept des Breakout Boards wird bei Arduino auch mit dem keine Machine-Learning Kit aufrechterhalten. Es kombiniert einen Arduino Nano 33 BLE mit einem auf dem OV7675 basierneden Kameramodul, und erleichtert mit dem Arduino Tiny Machine Learning Shield das Anschließen von Hardware.

Training mit Arduino

Hardware-Bundles sind bei Power Usern unpopulär – wer eine „direkte“ Beziehung zu seinem Distributor seiner Wahl hat, bekommt die einzelnen Komponenten in Direktverkauf so gut wie immer billiger. Insbesondere bei den berühmten Buch-Hardware-Bundles gilt, dass die Hardware oft nicht mehr als 10 Prozent (!!!) des Endverkaufspreises kosten darf.
Andererseits spricht etwas dafür, ein „geschlossenes“ System zu haben, mit dem man etws einen lernwilligen Kadetten “alleinlassen“ kann. Im Hause Arduino gibt es hier Neuzugänge – mit dem Arduino Engineering Kit Rev2 steht eine vergleichsweise umfangreiche Hardware-Kombination zur Verfügung, die das Zusammenbauen verschiedener Roboter wie dem in der Abbildung gezeigten Zweirad erlaubt.

Die „kleinere“ Variante Arduino Student Kit, die primär einige Widerstände und Multimeter mitbringt, eignet sich dann für die Vermittlung der „Grundlagen der Elektronik“.

Beiden Systemen gemein ist, dass die von Arduino mit einem eLearning-System ausgestattet werden, dass dem p.t. Kadetten die eigenmächtige Fortbildung erlaubt.

FLIR: neue Kameramodule, neues Projekt Authboard.

Die Infrarot-Sensoren aus dem Hause FLIR sind in vielerlei Hinsicht interessant – sei es zum „Lokalisieren“ defekter Komponenten in einem Messgerät, oder sei es für diverse andere Anwendungen wie eine in der Nacht fliegende Drohne.
Mit dem Lepton-Standard stellt FLIR seit einiger Zeit ein „Standardformat“ zur Verfügung, in dem verschiedene Kamera-Sensoren bereitstehen. Konkret gibt es nun drei Neuzugänge, die sich im Bereich der Auflösung unterscheiden.
Kandidat Nummer eins ist der “FLIR Lepton 2.5 LWIR Micro Thermal Camera Module”, der als Einzelstück 159 USD kostet und eine Auflösung von 80×60 Pixeln bietet und mit einer Framerate von 8.6Hz arbeitet. FLIR Lepton 3.0 und 3.5 haben eine Auflösung von 160 x 120, die Framerate bleibt gleich.
Für „schnelles Prototyping“ steht dann mit dem FLIR Lepton Camera Breakout Board v2.0 ein Breakout Board zur Verfügung, das per I2C oder SPI ansprechbar ist und die „Anbindung“ der Module an verschiedene Systeme erleichtert.

Reichweite für I2C

Als Philips Semiconductor den I2C-Bus erstmals spezifizierte, war er für das Anbinden von Chips auf Platinen vorgesehen. Mittlerweile finden sich I2C-Systeme allerdings auch in verschiedenen anderen Applikationen – im Fall eines Sensors wünscht man sich schon einmal „sehr hohe“ Reichweite.

Auch wenn I2C in Tests des Autors schon einmal mit einem 2 Meter langen Kabel zurechtkam, ist es insbesondere in störanfälligen Umgebungen besser, auf eine „dedizierte“ Langstrecken-Variante zu setzen. SparkFun liefert mit dem QwiicBus genau dies, das um 39 USD erhältliche SparkFun QwiicBus Kit erleichtert den Einstieg.

Im Hintergrund arbeitet dabei ein IC vom Typ PCA9615, der die I2C-Signale „Live“ in Differenzial-Signale umwandelt. Der P. T. Entwickler muss sich dann nur noch darum kümmern, die einzelnen Module per Ethernet-Kabel zu verbinden.

Renesas-Arduino.

Das Renesas-Ökosystemen umfasst diverse Mikrocontroller, die im Laufe der letzten Jahre allerdings “aus der öffentlichen Wahrnehmung“ verschwanden. Mit dem Renesas Electronics Fast Prototyping Board for RL78/G23 steht nun ein auf dem Arduino Uno-Formfaktor basierendes Board zur Verfügung, das die bequeme Evaluation des 16 Bit-Controllers RL78/G23 erlaubt.
Die Platine erlaubt analog zum Vorbild das „direkte“ Debugging von Programmen per USB. Andererseits hat das Board allerdings auch die nötigen Interfaces, um das Anschließen des bei Renesas als E2 bezeichneten Emulators zu erlauben.

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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ESP32-Alternative WFI32: Module und MCUs erreichen Distributoren

Der WFI32 ist Microchips Antwort auf den ESP32. War das Evaluation Board (PIC32 WFI32E Curiosity Board) schon seit einiger Zeit erhältlich, so folgt nun die Distributor-Verfügbarkeit von Modulen und Standalone-Chips.

von Tam Hanna

Für Quereinsteiger: womit haben wir es hier zu tun?

Die Anbindung hauseigener Hardware an Funkschnittstellen erfolgte seit Jahr und Tag durch per UART anzubindende Funkmodule wie z.B. den EasyRadio-Modulen des britischen Herstellers LPRS. Seit einiger Zeit stehen mit Chips wie dem ESP32 Produkte zur Verfügung, die einen frei programmierbaren Mikrocontroller und das Funkmodul „in einen Chip“ packen. Zur Steigerung der Bequemlichkeit gibt es häufig Pick&Place-automatenfreundliche Module, die sogar Antenne und grundlegende Stromversorgung erledigen (siehe Abbildung).

Vorteile des WFI32

Außer Frage steht, dass der ESP32 funktioniert – der Autor setzt den Chip unter Anderem in einer modeelektronischen Anwendung ein. Insbesondere im Analogbereich sind die Peripheriegeräte des ESP32 suboptimal.
Die Linearität des ADC lässt dabei so sehr zu wünschen übrig, dass manche Hersteller seperate ADC-Controller verbauen: der in der Abbildung gezeigte Neonious One ist ein gutes Beispiel dafür.

Ein 12bit-ADC mit einer Maximalgeschwindigkeit von 2MSPS wird von Microchip dementsprechend im hervorgehoben, zudem hat der Controller bzw das Modul einen USB Host-Controller (USB 2.0 OTG).

Andererseits bringt der ESP32 ein Bluetoothmodul mit, das dem WFI32 fehlt; zudem ist er wesentlich preisgünstiger – in 25er-Stückzahl ruft Mouser für den WFI32 mit PCB-Antenne 8.88EUR pro Stück auf.
Der als Kern der WFI32-Familie dienende Controller ist auch standalone erhältlich und hört da auf den Namen PIC32MZ1025W104 – diese Seriennummer ist für die später schemenhaft erfolgende Einrichtung in MPLAB X erforderlich. Er hat einen einzelnen, mit bis zu 200MHz getakteten MIPS32-Kern. 1MB Flashspeicher und 256KB SRAM plus einen 64KB großen Pufferbereich. Die Microchip-Übliche Kryptobeschleunigerengine hilft hier auch bei der Erzeugung von Zufallszahlen, die Assemblersprache enthält einige DSP-spezifische Instruktionen.

Module mit u.FL-Connector oder PCB-Antenne

Neben dem Standalone-Chip bietet Microchip vier vorgefertigte Module an – zwei haben eine integrierte Antenne, während zwei die Anbindung über einen u.FL-Stecker erlauben.

Die C-Modulvarianten bringen zusätzlich Unterstützung für Trust&Go mit.

Vorteil 2: MPLAB X

Grafische Codegeneratoren helfen bei der Einrichtung von Peripheriegeräten – Microchip bietet mit MCC einen durchaus brauchbaren Vertreter des Genres an, der zudem Teil einer kostenlosen (und sehr leistungsfähigen) IDE ist.
Für die Arbeit mit dem WFI32 bzw dem PIC32MZ1025W104 ist allerdings die „ausgewachsene“ Variante MPLab Harmony 3 erforderlich – sie muss im ersten Schritt, wie in der Abbildung gezeigt, als Plug-In heruntergeladen werden. Zudem ist der separat zu installierende XC32 erforderlich. Nach dem Restart finden Sie im Projektskelettgenerator eine neue Option, die die Erzeugung eines Harmony-Projekts erlaubt.

Beachten Sie, dass das MCC-Schildsymbol in diesem Fall nicht aktiviert werden darf – die beim Anklicken auftauchende Fehlermeldung mit Hinweis auf nicht vorhandene Bibliotheken ist bei Verwendung des WFI32 irreführend, weil MCC für dieses Modul keinen Code generiert.
Korrekt ist das Aktivieren des MHC-Werkzeugs über die Option Tools > Embedded > MPLAB® Harmony 3 Configurator, was zum Aufscheinen des in der Abbildung gezeigten Konfigurationswerkzeugs führt.

MHC unterscheidet sich vom Aufbau her insofern von MCC; als es an Flussdiagramme erinnernde Projektstrukturbäume erwartet. Unter https://microchip-mplab-harmony.github.io/mhc/doc/readme_mhc_configuration.html findet sich ein erster Einstieg in die Programmierung mit dem Produkt – MPLAB hat bei aktiviertem Harmony-Configurator zudem ein Extramenü namens MHC, in dem sich einige Sonderoptionen finden.

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Neuer LoRa-Transmitter von Microchip, ST Microelectronics unterstützt mioty

Im Bereich der LPWAN-Technologien steht sowohl ein neues LoRa-Modem als auch ein neuer Funkstack für den STM32WB ante Portas.

von Tam Hanna

Für Quereinsteiger: Was ist ein LPWAN?

Unter dem Begriff LPWAN – dahinter verbirgt sich der Ausdruck Low Power Wide Area Network – versteht man im lizenzfreien Band arbeitende Funktechnologien, die statt hohem Durchsatz auf hohe Reichweite und geringem Energieverbrauch optimiert sind.
Im Allgemeinen arbeiten die Systeme entweder im 433- oder im 868 MHz-Band. Interessant ist in diesem Zusammenhang allgemein – dann wollen wir uns den spezifischen Neuerungen zuwenden – dass die Systeme mit extrem wenig Energie extrem lange Laufzeiten erreichen.
Sonst unterscheiden sich die LPWAN-Systeme konzeptuell und praktisch – während man Sigfox (ausschließlich) über einen Sigfox-Netzbetreiber bezieht, kann man ein LoRa-Gateway auch selbst betreiben. Leider würde eine „vollständige“ Besprechung von LPWAN-Technologien den Rahmen dieser Newsmeldung sprengen; der Autor hofft, mit dieser Kurzerklärung zumindest Grundlagen des Themas vermittelt zu haben.

Microchip RN2483 – bis zu 15 km Outdoor-Reichweite.

Das Design eigener Funkstellen auf Basis von Transciever-ICs ist eine durchaus haarige Arbeit – wer ein fertiges Modul auf eine Platine packt, hat ein leichteres Leben. Microchip schickt mit dem RN2483 nun das in der Abbildung gezeigte Modem ins Rennen, das – dies sind Datenblatt-Angaben – “in Suburban Areas“ bis zu 15 km Reichweite verspricht. Nutzt man den RN2483 im „städtischen Bereich“, so darf man sich immer noch auf bis zu 5 km Reichweite freuen.

Der RN2483 ist ein über einen seriellen Port von einem Host-Mikrocontroller ansprechbarer Funk-Controller, der vom Standardisierungsgremium Lora Alliance gemäß den Regeln der “LoRaWAN 1.0.1-Spezifikation” standardisiert wurde. Neben der eigentlichen Wireless-Funktion spendiert Microchip eine Gruppe GPIO-Pins und sogar einen ADC, was das Anbinden „kleinerer“ Hardware – im Datenblatt spricht man beispielsweise von Leuchtdioden zur Ausgabe von Statusinformationen – erleichtert. Dreizehn der Eingänge dürfen mit dem modulinternen ADC verbunden werden, um Analogwerte einzusammeln.
Interessant ist im an den ESP32-Formfaktor erinnernden Modul noch der Versorgungsspannungsbereich, der von 2,1-3,6 V reicht. Analog zum PIC16 sind die GPIO-Pins übrigens durchaus leistungsfähig, und können bis zu 25 mA liefern oder senken. Zu guter letzt noch den Sende-Stromverbrauch von 40mA, den Empfangs-Stromverbrauch von 14.2mA und den Stand-by-Stromverbrauch von nur 9.9uA.

STMicroelectronics unterstützt mioty

Im lizenzfreien Band kann man – Funk Amateuren dürfte dies bekannt sein – in gewissem Rahmen tun und lassen, was immer man da will. Nebeneffekt dieser „großen Freiheit“ ist, dass eine Gruppe verschiedener LPWAN-Protokolle um die Vorherrschaft in diesem Bereich rittern.
Mit mioty tritt ein „Spezialist“ an, der sich auf das Einsammeln von Messdaten, beispielsweise von Smart Meters und ähnlichen Geräten, spezialisiert hat.
Die „wichtigste“ Technologie ist dabei ein als Telegram-Splitting ultra-narrowband, kurz TS-UNB bezeichnetes Frequenzhoppingsystem, dessen Verhalten die weiter unten im Detail erwähnte StackForce wie in der Abbildung gezeigt illustriert.

Neben der Frequenzhopping-Fähigkeit spricht für mioty auch, dass das Produkt von der ETSI als TS 103 357 standardisiert und als Nachfolger für das Wireless Meter Bus (M-Bus)-Protokoll zertifiziert wurde.
Eigentliche Ursache für die Vorstellung hier ist allerdings, dass STMicroelectronics den hauseigenen STM32WL-Funkprozessor ab sofort mit einem kompatiblen Protokoll-Stack ausstattet, die das Softradio des Mikrocontroller in ein mioty-Kommunikationssystem umwandelt.
Angemerkt sei allerdings, dass das vom Protokoll-Spezialisten StackForce bereitgestellte Softwaremodul nicht kostenlos ist – wer es in seiner Applikation verwendet, muss es käuflich erwerben; Preisinformationen finden sich weder bei STMicroelectronics (https://www.st.com/en/embedded-software/stackforce-mioty-174-protocol-stack-for-end-points.html) noch bei StackForce (siehe https://www.stackforce.de/en/products/protocol-stacks/mioty-stack).

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