Wer ein Patent oder eine Marke in der EU anmelden möchte, kann sich einen Teil der Kosten rückerstatten lassen. ROHM schrumpft SMD-Widerstände, während NXP im AI-Bereich zukauft.
NXP kauft Kinara
Eine Kinara ist normalerweise ein siebenarmiger Leuchter, der zur Feier des Kwanzaa-Festes herangezogen wird. Unter dem Namen Kinara gibt es allerdings auch ein Unternehmen, das – wie in der Abbildung gezeigt – verschiedene Edge AI-Beschleunigerchips feilzubieten sucht.
Bildquelle: https://kinara.ai/
Weiter oben wäre indes die Verwendung des Begriffs gab korrekter – NXP hat das Unternehmen nämlich um 307 Millionen US-Dollar aufgekauft.
In der unter der URL https://www.nxp.com/company/about-nxp/newsroom/NW-AI-PR-2025 bereitstehenden Ankündigung der Fusion findet sich unter anderem folgende Passage, die als Ziel der Zusammenarbeit den Automotive-Bereich anführt:
Kinara’s innovative NPUs and comprehensive software enablement deliver energy–efficient AI performance across a range of neural networks, including conventional AI, as well as generative AI, to address the rapidly growing AI needs of industrial and automotive markets. The acquisition will enhance and strengthen NXP’s ability to provide complete and scalable AI platforms, from TinyML to generative AI, by bringing discrete NPUs and robust AI software to NXP’s portfolio of processors, connectivity, security, and advanced analog solutions.
Interessant ist außerdem, dass NXP in Zukunft eine engere Kombination zwischen den hauseigenen Mikrocontrollern bzw. MPUs und den AI-Beschleunigern aus dem Hause Kinara anstrebt:
As existing partners, Kinara and NXP make it easy to pair Kinara’s NPUs with NXP’s industry–leading portfolio of industrial and IoT processors. Together, the companies will create tighter integration of solutions to deliver scalable AI platforms for a variety of industrial and automotive AI inference needs.
MicroPython, zur Ersten – Maßnahmen zur Steigerung der Performance.
Obwohl Mikrocontroller immer schneller werden, gilt nach wie vor, dass ein dümmlich konstruierter Algorithmus jeden Kern zugrunde richten kann.
Unter der URL https://docs.micropython.org/en/v1.9.3/pyboard/reference/speed_python.html finden an MicroPython interessierte Personen eine Liste häufiger Wundpunkte, die für langsame Geschwindigkeit sorgen.
MicroPython, zur Zweiten – Vergleich der integrierten Entwicklungsumgebungen
Wer für MicroPython programmiert, benutzt „im ersten Akt“ gerne Thonny. Diese IDE mag leicht zu installieren sein, kann größeren Produkten im Bereich des Funktionsumfangs nicht das Wasser reichen. Unter der URL https://medium.com/@mayurkoshti12/aebe61b0f0c5 findet sich nun eine Vorstellung verschiedenster Kandidaten – wer mit Thonny arbeitet, ist gut beraten, auf ein effizienteres Werkzeug umzustellen und so Arbeitszeit einzusparen.
Mu-Tools – jetzt mit Kabelkompensation
Die von Brian Beezley gepflegten MU-Tools haben sich im Bereich der Ansteuerung von per GPIB ansprechbaren NCR-Messgeräten als quasi-Standard etabliert.
Bildquelle: http://ham-radio.com/k6sti/mu.htm
Nun steht eine neue Variante der Software zur Verfügung, die sich um die Kompensation bzw. Herausrechnung verschiedener Störeffekte kümmert.
Spezifischerweise wird das neue System folgendermaßen beschrieben:
I‚ve noticed that the enclosure of my HP 4342A Q meter can seriously degrade the Q of a physically large coil. I wrote a Windows program that lets you extend the meter terminals with a parallel wire transmission line. You suspend the coil a foot or more above the enclosure, run parallel wires to the meter terminals, and record Q and capacitance. The program solves the telegraphers equation and provides the coil inductance and Q as if no transmission line were present. It uses the Getsinger equations to account for transmission line end–effects. Results for a small coil with no enclosure interaction with and without terminal extension were very close.
Omicron Labs: neue Version des Power Electronics-Symposions ante Portas.
Das in Österreich ansässige und für Bauteilqualifikation und SMPS-Design optimierte VNAs (Stichwort Bode 100 bzw. Bode 500) verantwortliche Unternehmen hält alljährlich einen Kongress ab, der sich mit den Problemen der Leistungselektronik auseinandersetzt.
Seit der Corona-Pandemie gilt, dass dieses Event Online abgehalten wird. Für die neueste Variante gibt es nun, wie in der Abbildung gezeigt, eine Sprecherliste.
Bildquelle: https://www.omicron-lab.com/training-events/detail/news/14th-power-analysis-design-symposium-2025-virtual
Samsung Galaxy S25 – interessante Einblicke ins PCB-Design.
iFixit – das Unternehmen ist auf den Vertrieb von Ersatzteilen für Telefon und Co. Spezialisiert – hat unter der URL https://www.ifixit.com/News/108201/galaxy-s25-ultra-teardown-quick-battery-fix-slow-progress-on-repairability
eine durchaus lesenswerte Analyse des Designs der Hauptplatine des Galaxy S25 zur Verfügung gestellt.
Besonders interessant empfand der Autor unter anderem den in der Abbildung gezeigten Aufbau, der die einzelnen Kameramodule „modular“ zusammenstellt.
Sinn dieser auf den ersten Blick für höhere Interconnect-Kosten sorgenden Vorgehensweise ist, dass beschädigte Kameramodule – man denke an die berühmten-berüchtigte verkratzte Linse – so ohne Reflow-Ofen und Co, ausgetauscht werden können.
ROHM: SMD-Widerstände in kleinerem Gehäuse, aber gleichbleibende Leistungsfähigkeit.
Im Rahmen der Einführung kleinerer SMD-Gehäuse war die Meinung allgemein, dass eine Reduktion der Gehäusegrößen der Bauteile nicht ausreicht, um den auf der Platine als Ganzes benötigten Platz nennenswert zu reduzieren. Trotzdem gilt seither, dass SMD-Komponenten danach streben, immer und immer kleiner zu werden.
Insbesondere im Fall des Widerstands legt die zur Verfügung stehende thermische Kapazität den Miniaturisierungsbestrebungen der P. T. Hersteller mitunter Grenzen an.
Mit der MCRS-Serie möchte ROHM nun – wie in der Abbildung gezeigt – den Sprung von 0603 auf 0402 motivieren.
Bildquelle: https://www.presseagentur.com/rohm/detail.php?pr_id=7253&lang=en
Längerfristig ist auch eine Erweiterung in Richtung 0201 geplant – weitere Informationen zur Thematik finden sich in der unter der Bildquelle verfügbaren Vorstellung der Produktfamilie.
Google Find My Device – fortan auch für verschiedene Mikrocontroller.
Googles „Alternative“ zum von Apple eingeführten Tracker-Netz kommt langsam, aber sicher auf Drehzahl. Unter der URL https://github.com/leonboe1/GoogleFindMyTools findet sich nun ein GitHub-Repositorium, das verschiedenen Mikrocontrollern mit Funkmodul die Integration in das Netzwerk ermöglichen soll. Spezifischerweise ist es damit also möglich, die als „Positions-Sender“ vorgesehenen Beacons unter Nutzung von hauseigener Hardware zu realisieren.
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Newsmeldung gibt es dabei zweierlei unterstützte Systeme. Einerseits gibt es Unterstützung für auf ESP32 basierten Chips. Andererseits gilt, dass die in Zephyr enthaltene Hardwareabstraktionsschicht ebenfalls zur Nutzung kommt – ein dafür vorgesehenes Projekt lässt sich unter anderem mit nRF-basierten Mikrocontrollern verwenden:
If you want to use a Zephyr–supported BLE device (e.g. nRF51/52) as a custom Find My Device tracker, you can find the firmware in the folder ZephyrFirmware.
In der Beschreibung des Repositoriums weist der Autor darauf hin, dass es sich dabei noch um experimentellen Code handelt. Außerdem weiß man bei derartigem „Reverse Engineering“ nie, wie Google reagiert – wer die resultierenden Tracker kommerziell verwerten möchte, ist also gut beraten, den offiziellen Weg zu gehen und bei Google eine Anfrage zu stellen bzw. dem Hardware-Partner-Programm beizutreten.
EU-Förderungen für KMUs mit Interesse an Patenten.
Die EU bietet über das KMU-Fund-Programm für Kleinunternehmen seit längerer Zeit Unterstützung an, die die Kosten von Patent- und Markenanmeldungen abzufedern sucht.
Die alljährliche Förderungs-Maßnahme wird nun für ein abermaliges Jahr neu aufgelegt. Die in diesem Bereich gut informierte Kanzlei WBS informiert unter der URL https://www.wbs.legal/markenrecht/kmu-fonds-2025-ab-3-februar-eu-kommission-foerdert-marken-und-designanmeldung-auch-2025-81424/? nun nach folgendem Schema über die „maximal mögliche Kostenerstattungsmenge“:
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2024 lag der Förderungshöchstbetrag für Markenanmeldungen bei 75%, für Patentanmeldungen bei 50%. Der Fördertopf umfasste insgesamt ein Budget von 18,25 Mio. € für die Voucher 1 und 2 (IP–Scan, Marken– und Designanmeldungen) und 1,15 Mio. € für die Voucher 3 und 4 (Patente und Pflanzensorten).
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Nun wurde bekanntgegeben, dass der Fördertopf ab dem 3. Februar 2025 wieder eröffnet wird!
Zu beachten ist, dass derartige Förderungsprogramme mitunter interessante Effekte entfalten. Ein Klassiker war beispielsweise die Gebrauchsmuster-Anmeldeförderung der chinesischen Regierung, wo geschickt agierende Unternehmen am Ende mehr Geld herausbekamen, als sie investierten. Folge davon war eine wahre Überflutung des USPTO mit den damit einhergehenden „stringenten“ Anforderungen an neue Einreichungen.
Sylvain Munaut – SDR auf Basis von Tiny Tapeout-Halbleitern.
Das unter der URL https://tinytapeout.com/ bereitstehende Tiny Tapeout-Projekt bietet seit längerer Zeit die Möglichkeit an, preiswert an ASICs zu kommen.
Sylvain Munaut nutzte diesen Dienst nun, um ein SDR-System auf Basis hauseigener Halbleiter zu realisieren.
Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=ynHy9gpcBgc
In der Beschreibung des YouTube-Videos finden sich Verweise auf die Tiny Tapeout-Links – die „Inhalte“ der realisierten ASICS werden ja per Definitionen für die Allgemeinheit zum Download zur Verfügung gestellt.
Canonical – jetzt mit ISO/SAE 21434-Zertifikation für den Automotivebereich
Die Arbeit im Automobilbereich lässt sich wesentlich erleichtern, wenn man auf zertifizierte Softwaremodule setzt.
Im Hause Canonical hat man nun die insbesondere im Automotive-Bereich wichtige ISO/SAE 21434-Zertifikation erreicht:
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Canonical is proud to announce it has achieved the ISO/SAE 21434 certification for its Security Management System, following an extensive assessment by TÜV SÜD, a globally respected certification provider
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—via https://ubuntu.com/blog/canonical-achieves-iso-21434-certification?
In der Ankündigung findet sich die folgende Passage, die weitere Informationen zur Motivation zur Verfügung stellt:
The certification proves that Canonical’s cybersecurity processes comply with international standards, making it an ideal partner for OEMs and Tier 1 suppliers looking to develop and deploy safer, more resilient automotive products.
NASA RadPC – strahlungsresistenter Weltraum-Computer auf Basis von RISC/V.
Die quelloffene ISA ist offensichtlich nicht aufzuhalten, und erobert nun auch den (immer haarigen) Bereich der Weltraum-Elektronik. Der englische Branchen-Newsdienst The Register berichtet unter der URL https://www.theregister.com/2025/02/11/nasa_radpc_firefly_moon_mission/ nun über einen Versuch der NASA, der erfolgreich verlief – Spezifischerweise wurde ein Computer mit RISC/V-Prozessoren in das Weltall geschickt:
The paper also explains that RadPC has four processors (Resilient Computing says they’re RISC–V designs) that all run the same program and feed data to a “voter” that checks output for consistency. If one of the processors produces anomalous results, it is considered faulty and isolated.
Weitere Informationen, unter anderem zur verwendeten Architektur des Rechners, finden Sie unter der angegebenen Quelle.
Honeywell: Aufteilung in drei unabhängige Unternehmen geplant.
Honeywell ist eines der letzten „großen“ Industriekonglomerate der USA. Der im Allgemeinen gut informierte Branchennewsdienst RCR Wireless berichtet unter der URL https://www.rcrwireless.com/20250207/industry-4-0/honeywell-split-three nun darüber, dass das Unternehmen – wohl aufgrund von Druck durch Elliott Investments – plant, sich in drei Unternehmen aufzusplitten.
Spätestens Anfang 2026 soll die Materialtechnik-Division „ausgegliedert“ werden, danach folgt die Aufteilung in einen Automations- und einen Aerospace-Spezialisten.
Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News
Quelle: Read More