EMV 2025 – im Strom der Messtechnik

Mesago veranstaltete die diesjährige EMV in Stuttgart. Rohde nutzte die Gelegenheit zur Vorstellung eines neuen EMV-Messempfängers, der mit einigen überraschenden Hardware- und Softwarefeatures aufwartet. Auch sonst gibt es einige TMI-Hersteller, die man auf anderen Messen nicht oder nur schwer zu Gesicht bekommt.

Rohde & Schwarz EPL1001 / Rohde & Schwarz EPL1007

Rohde & Schwarz deckte mit dem EPL1000 den Bereich von 5KHz bis 30MHz ab. Die beiden neuen Versionen des Geräts, die sich optisch analog präsentieren, erweitern den Frequenzbereich nun auf 1 bzw 7.125 GHz.

Bildquelle, alle: Tamoggemon Holding k.s.

In Sachen HMI zeigt Rohde Mitdenken: die Festplatte sowie die Hauptplatine lassen sich “modular” aus dem Gerät nehmen und seperat nachkaufen, was das Teilen der Karkasse des Geräts zwischen zwei Standorten oder zwei Projekten mit unterschiedlichen Klassifikationsstufen erlaubt,

Zwecks einfacherer Portabilität finden sich auf der Rückseite zwei Batteriepacks. Die Cutouts dienen als Sichtfenster für eine LED-Balkenanzeige, die analog zum in alten HP EliteBooks informierten Ladestandsanzeiger über die verbleibende Energiemenge informiert.

Interessant ist ausserdem, dass Rohde alle Geräte im Werk auf 7.125GHz testet: wer ohne Kalibrationsdokument auskommt, kann das Bandbreitenupgrade im Labor durch Eingabe eines Lizenzschlüssels durchführen. Die einzige Erweiterung, die ein Einsenden erfordert, ist der Präselektor.

Rohde & Schwarz allgemein – nein, wir wollen keine Fremdsoftware am Messgerät

Bei Analyse entpuppte sich auch das neue Gerät als auf Windows 10 LTSC basierend – der neue VNA basiert derweil bereits auf Windows 11. Auf die Frage, ob es für das Messgerät ein SDK geben wird, kam eine durchaus interessante Antwort (die sich von der von HP beim HP 548xx gewählten Strategie unterscheidet).
Aus Sicht von Rohde soll ein Kunde, der ein Messgerät kauft, dieses als Messgerät nutzen. Die Auswertung mit fortgeschrittenen Programmen – egal ob MatLab oder Excel – soll über eine seperate Workstation erfolgen, die mit dem Messgerät über SCPI oder GPIB kommuniziert. Die Ausführung von Programmen AUF dem Messgerät ist derweil explizites Nichtziel.
Zu guter Letzt bietet Rohde eigene Software an, die diese Art der Bedienung abbildet.

GAUSS Instruments – 1GHz-RSA, externe Steuerungsapplikation

Die in München ansässige GAUSS zeigte einen für den EMV-Bereich optimierten Spektralanalysator, der eine Echtzeitbandbreite von 1 GHz erreicht. Sinn davon ist, dass “eine Umdrehung” eines Drehtischs ausreicht, um alle relevanten Daten über das DUT zu sammeln.

Auch hier setzt man auf die weiter oben besprochene Vorgehensweise – die Demo erfolgte sogar unter Nutzung eines Ultrawide-Monitors, der die Steuerungssoftware und das Schirmbild nebeneinander anzeigte.

ZES Zimmer – neues Eingangskanalsystem für die Solarbranche

ZES Zimmer liest mikrocontroller.net, und bietet modular aufgebaute Energieverbrauchsmessgeräte an. Interessant ist, dass nicht nur die Eingangskanäle, sondern auch die verschiedenen Interfaceoptionen (Stichwort CAN und GPIB) über modulare Erweiterungskarten realisiert werden.


Wichtigste Messeneuerung war der S-Kanal – eine neue Kanalvariante, die auf die Bedürfnisse der Solarbranche optimiert ist. Der Einstiegspreis für einen Analysator mit vier dieser Kanalkarten liegt dann im Bereich 20k.

Pendulum x Shieldex – Erweiterungen des EMV-3D-Druckers

Pendulum (besser bekannt als letzter Verfechter der Modulationsdomänenanalyse) erweiterte den an sich bekannten EMI-Scanner um eine RGB-Kamera. Sinn davon ist, dass die Heatmap mit den EMI-Aussendungen so “direkt” mit den für die Aussendung verantwortlichen Elementen korreliert ist.

Die Präsentation auf der EMV erfolgte in einem Gemeinschaftsstand mit Shieldex. Das Unternehmen entwickelt verschiedene Textilien mit EMV-Abschirmeigenschaften – unter Anderem gibt es “Zelte” für den in der weiter oben befindlichen Abbildung gezeigten Scanner.

SAF – portable Spektralanalysatoren

Keysight bietet mit der Fieldfox-Serie portable RF-Messgeräte an. Im Hause SAF bietet man, wie in der Abbildung gezeigt, Ähnliches.

AMETEK – neue EMV-Störimpulsgeneratoren

Die EMV ist als Messe unter Anderem deshalb interessant, weil die Mesago – expliziter Dank an das Speaker- und Presseteam für die Mithilfe bei der Informationsbeschaffung – verschiedenste Aussteller anlocken kann, die man auf anderen Messen so nicht oder nur teilweise findet.
Ein Vertreter dieser Gattung ist die AMETEK, die den in der Abbildung gezeigten Störimpulsgenerator neu ins Rennen schickt. Das hier gezeigte Produkt ist noch ein Prototyp, die Auslieferung des surge NX8 ist für April geplant.

Der in der Abbildung gezeigte Turm ist derweil auf die Bedürfnisse der Elektromobilindustrie optimiert – ob der immensen Energiemengen ist ein besonderes Design erforderlich.

Spitzenberger Spies – Netzgerät zur Simulation automobiler Bordnetze

Auch im Hause Spitzenberger Spies arbeitet man an Netzgeräten, die die Simulation der diversen in einem Fahrzeug vorfindbaren Signale zum Ziel haben. Das gezeigte System ist modular – wer nur bestimmte Pulse braucht, kann einen Teil der Geräte weglassen und Kosten reduzieren.

3CTest – EMV-Impulsgeneratoren aller Arten

Auch im Hause 3CTest gibt es EMV-Impulsgeneratoren, die sich – wie in der Abbildung gezeigt – per Touchscreen bequem bedienen lassen.

Schlöter / Haefely – noch mehr EMV-Impulsgeneratoren

Am Stand von Schlöter zeigt sich die Wirksamkeit der Kooperation. Neben eigenen Impulsgeneratoren zeigte man auch Generatoren von Haefely – zweitere sind komplexer, während erstere in Deutschland hergestellt werden.

In eigener Sache, ad a: wo ist das Klo, äh, das Tor?

Die Messe Stuttgart veranstaltete parallel zur EMV auch ein größeres Event in Sachen Schrauben und Befestigungstechnik. Der Eingang zur EMV präsentiert sich wie in der Abbildung gezeigt und ist links vom Haupteingang.

In eigener Sache, ad b: zeigt euch!

Der Autor war höchst erfreut, unter den Teilnehmern den einen oder anderen Leser von ucnet zu finden. Danke, danke, danke an alle, die mich angesprochen haben!

In eigener Sache, ad c: es geht weiter

Mikrocontroller.net berichtet auch morgen über die EMV – einige der Vortragenden haben sogar das Teilen von Slides ihrer Präsentationen erlaubt. Bleiben Sie also bei uns, denn es bleibt spannend.

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

Quelle: Weiterlesen