Der Veranstalter der liebsten Messe der Community hat den erreichten Skilllevel verkündet: 26000 Levels, äh Sorry, Jedi there are. Was es sonst Neues gibt, verraten wir hier.
TerInvests (zögerliche) Versuche, die Messe in Richtung Halbleiterbranche zu öffnen, verliefen nach Ansicht des Autors im Sande. Stattdessen stellte sich ein bunter Branchenmix ein, der von verschiedenen Elektroinstallationsunternehmen bis zu CNC-Lohnfertigern und Anbietern von Geräten für ebendiese reichte.
LPKF-Jagd, auf Chinesisch….
Das Konzept von Laser plus Platine hat LPKF zu geradezu beeindruckenden Vermögen verholfen. Mittlerweile gilt, dass andere Hersteller ebenfalls ein Stück von diesem (technisch nicht unbedingt komplizierten) Kuchen abhaben wollen.
Spezifischerweise gab es auf der Amper das gezeigte Gerät zu sehen – optische Ähnlichkeiten sind natürlich rein zufällig.
Bildquelle, alle: Tamoggemon Holding k.s.
…und auf tschechisch
Auch im Lande des Hochskillens hat man die Radarbeleuchtung auf LPKF fokussiert. Als Angriffswerkzeug dient das in der Abbildung gezeigte und etwas kleinere Gerät, das sich schon vom Platzbedarf eher an den Kleinbetrieb richtet.
Interessant ist, dass das Unternehmen von seiner Technologie durchaus überzeugt ist. Am Stand bot man an, Personen, die ihre Gerberdatei einsenden, kostenlos eine Version der Platine zu schießen und nach Hause zu schicken (siehe https://www.p2jtechnology.cz/en/).
CERVOZ: Robuste Arbeitsspeicher- und SSD-Module für Industrial Computing.
Das Aufkommen von SMD-Komponenten erhöhte die Vibrationsresistenz von allerlei Arten von Elektronik – Ursache dafür war die wesentlich geringere Masse der Komponenten.
In der Praxis gilt allerdings nach wie vor, dass sehr „vibrationsanfällige“ Bereiche mitunter haarig sind. CERVOZ begegnet diesem Problem mit verschiedenen „Modifikationen“ wie der Nutzung von speziellen Decklacken, um SSD und Arbeitsspeicher zu höherer Vibrationsfestigkeit zu verhelfen.
DataIO – Zwitterwesen im Bereich der Programmiergeräte.
Für „Kleinserien“ bietet sich die Nutzung von menschliche Energie zur Programmierung an – ein Pulk gebrauchter Workstations und eine angelernte Hilfskraft reichen aus, um kleinere Mengen von Systemen zu parametrieren.
Ab einer gewissen Losgröße oder einer gewissen Größe der Imagedatei bieten sich allerdings „komplexere“ Vorgehensweisen an. Der Programmiergerätespezialist DataIO zeigte auf der Amper die gezeigte Maschine.
Das vorliegende Gerät ist einerseits für Kleinmengen geeignet, nutzt aus Sicht von Software und Workflow allerdings dieselben Prozesse, die die Produktions-Programmiergeräte implementieren. Sinn davon ist, dass der Entwickler so schon früh mit der finalen Auslieferungs-Vorgehensweise experimentieren kann.
Wheel me – wartungsfreundlicher Roboter.
Liefer- und Transport-Roboter finden sich mittlerweile sogar in österreichischen und deutschen Restaurants. Am Stand von BEEWATEC gab es nun ein einzigartiges Produkt zu sehen, als es ob seiner Konstruktion leicht an verschiedene Frachtgrößen anpassbar ist.
Hervorgehoben wurde die extreme Wartungsfreundlichkeit des hauseigenen Roboters. So eine der in der folgenden Abbildungen gezeigten Rollen beschädigt ist, lässt sich diese auf zwei Arten austauschen. Einerseits steht ein „Kunststoff-Hebel“ (siehe https://www.instagram.com/tam.hanna/reel/DHa12RiNjnv/) zur Verfügung, der das Rad als Ganzes heraushebt. Alternativ können bei Vorhandensein eines Schraubenziehers die individuellen roten Rollelemente vor Ort ausgetauscht werden, um die Betriebsfähigkeit des Roboters sofort wieder herzustellen.
Fluke: Geräuschkamera zur Leckerkennung.
Wer unter Gewefze leidet, empfindet das in der Abbildung gezeigte Produkt von Fluke mit Sicherheit als lustig.
Es handelt sich dabei um eine an Flir und Co. erinnernde Kamera, die statt Farb-, Tiefen-oder Temperaturdaten Informationen darüber ausgeliefert, wie viel „Lärm“ an der jeweiligen Stelle entsteht.
Als primären Anwendungszweck avisiert Fluke dabei übrigens nicht die Beziehungspflege. Raison d’Etre ist viel mehr das Finden von Lecks in Rohrleitungen – wer in seinem Druckluft- oder Vakuumsystem Löcher eliminiert, kann die Betriebskosten der Erprobungsstätte erheblich reduzieren. Außerdem ist das System auch in der Lage, Arcing zu erkennen.
Gratulation zur Hundertsten!
Die in der tschechischen Republik erscheinende Elektronikzeitung feierte auf der Ampere ihr 100-jähriges Bestehen – in einem Giveaway gab es unter anderem Abonnements zu gewinnen. Die Redaktion von Mikrocontroller.net gratuliert herzlich zum Erfolg.
Technisches Museum Brno: Computerspielplatz.
Das Technische Museum zu Brünn war auf der Amper auch dieses Jahr mit einem vollen Stand vertreten. „Thema“ der diversen Exponate waren diesmal klassische Computerspiele – auch in Westdeutschland indizierte Klassiker wie Wolf3D gab es zu zocken.
Lustiges – keine schokoladenartigen Objekte mehr.
Der Ferritkern-Spezialist Almeto erfreute in der Vergangenheit immer wieder mit passiv-aggressiven Schildern, die auf die Nichtessbarkeit der als Bhaltis verteilten Ferritkernen hinwiesen.
Dieses Jahr hatte man die Faxen dicke, weshalb man stattdessen andere, offensichtlich nicht nach Bonbon aussehende Bhaltis verteilte.
MERICA – Pogo Pin-Sonde für den Solareinsatz
Die von Ingun im letzten Jahr gezeigten Pins zur Kontaktierung (siehe Beitrag „Amper 2024 – Honey, I shrunk the fair“) gab es diesmal im praktischen Einsatz zu sehen. Aufgrund des extrem unkooperativen Distributors haben wir leider nur ein Foto.
Amper, papierlos.
Teilnehmer bekamen dieses Jahr nicht einmal mehr einen Badge umgehängt – nach der per QR-Code erfolgenden Anmeldung war man im Großen und Ganzen auf sich selbst gestellt. Immerhin bekam jeder beim Eintritt die in der Abbildung gezeigte Karte, die unter anderem das Herunterladen verschiedener Messe-Informationssysteme ermöglichte.
Soziales und Automotives.
Den leeren Platz in einer der Hallen füllte die TerInvest mit verschiedensten Ausstellern im Bereich der Elektromobilität.
Die Verpflegung erfolgte – wie immer – durch eine Gruppe von Foodtrucks, die nun aber mehr zwischen den Hallen positioniert waren.
Flohmarkt bei BEN
Der tschechische Technik-Fachverlag BEN (siehe http://www.ben.cz/en/) nimmt seit einiger Zeit an verschiedensten Events mit Flohmarkt-artigen Ständen teil. Auch auf der Ampere gab es das eine oder andere Schnäppchen zu machen – zu beachten ist allerdings, dass wie immer lediglich Cash-Zahlung zugelassen ist. Die Bankomaten am Messegelände fressen außerdem – wie immer – eine
durchaus erhebliche Kommission.
Skillerzählung
Zu guter Letzt sei eine Pressemitteilung der Aufskillungsgesellschaft TerInvest abgedruckt, die über die Skills der Messe berichtet:
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Actually we know the number of visitors: 26 000, the last year was 24 000. |
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We will prepare the final report from the fair by the end of the month. |
Fazit und Ausblick.
Im Jahr eins nach der Herunterskillung zeigt sich die Amper durchaus lebendig – über „Mangel an meist zahlenden Besuchern“ muss der Veranstalter mit Sicherheit nicht klagen.
Fraglich ist allerdings, „wie“ es weiter geht. Den Verlust von großen Ausstellern – im Immobilienbereich (Stichwort Dead Malls) spricht man von Anchor Tenants – kompensierte TerInvest nach Maßgabe der Möglichkeiten durch kleinere Unternehmen, beispielsweise im Fertigungsbereich. Dies führt zwar einerseits zu einer bunten Mischung, andererseits aber auch dazu, dass die wegen eines Lieferanten oder Kundenbesuchs anreisenden Personen nicht mehr so häufig auftauchen. Unterm Strich bleibt es also spannend.
Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News
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