Amper 2025 – Messe, im Kreis drehend

Ein Jahr nach der Herunterskillung schickt die TerInvest die 31. Ausgabe ihrer Messe ins Rennen – statt der dritten Halle bietet man einen Kongress zur technischen Realität der Elektromobilität. Wie sich die auch als EmbeddedWorld des Ostens bezeichnete Lieblingsmesse der ucnet-Community im Jahre 2025 sonst präsentiert, klärt der folgende Artikel.

Keine Ruhe in Sachen Reorganisation

Die dreissigste Ausgabe der Messe – wir berichteten unter Beitrag „Amper 2024 – Besucher hoch skillen, Fläche herunter skillen“ – musste den Verlust einer der drei Hallen einstecken. Amper Nummero 31 konnte diese Herunterskillung nicht aufheben – als “Rettungsanker” avisierte die TerInvest stattdessen die Veranstaltung eines Kongresses zur Elektromobilität in der Praxis.

Bildquelle, alle: Tamoggemon Holding k.s.

Bedauerlich ist außerdem das Fernbleiben immer mehr großer Aussteller: HellermanTyton, Fischer 1968 und Farnell waren beispielsweise gar nicht mehr vertreten, während viele Firmen im Elektrotechnikbereich ihren “Universaldistributor” ElkovElektro vorschickten.

Eine Neuigkeit in Sachen Werkzeug sucht man vergebens

ElkovElektro vereinigte auf seiner Standfläche mehr als 40 Firmen. Die früher beliebten Messerabatte, beispielsweise bei Wiha, finden sich nun in einem rund zwanzig Seiten umfassenden Universalkatalog.

Eines der wenigen Unternehmen, die nach wie vor eigenständig ausstellten, war Weicon. Auch hier gab es das eine oder andere Schnäppchen mitzunehmen.

Im Multimeterbereich geht es um Solarenergie

Uni-Trend war wenige Tage nach dem Ende der EmbeddedWorld mit fast dem gleichen Personal vor Ort. Der Fokus des Stands lag diesmal auf Multimetern für den Solareinsatz – wohl ob der sehr hohen Isolationsspannung geraten die Geräte geradezu gigantisch.

Außerdem zeigte man verschiedene Geräte zur Bemessung der Isolation.

In Sachen Thermokameras war Uni-Trend seit jeher durchaus aktiv. Nun gibt es ein kleines Add-On für Smartphones, das vom Handling her an die InfiRay-Produktlinie (siehe https://www.youtube.com/watch?v=BVW5B7HZP50) heranreicht und – witzigerweise – sogar mit der InfiRay-Kamerasoftware funktioniert.

Neues RF-Equipment chinesischer Provinienz

Messtechnikspezialist BluEmi präsentierte – wie so oft – Geräte aus eher selten gesehenen Händen. Diesmal lag der Fokus auf dem chinesischen RF-Spezialisten Ceyear, der sowohl einen Signalgenerator als auch einen Spektralanalysator mit einer Grenzfrequenz nördlich der 50 GHz präsentierte.

Genaue Preise waren wie so oft schwer erhältlich, insbesondere im Fall des Spektralanalysators liegt es an der immensen Breite der verfügbaren Softwareoptionen. Für ein “Basismodell” mit 50GHz nannte man nach ausgiebiger Pressage einen Einstiegspreis von rund 140kEUR (hundertvierzigtausend und null EUR)

Zu guter Letzt noch zwei Schilder mit zusätzlichen Informationen zum Gebotenen.


Suche verzweifelt: Danaher-Distributor

Teste – in der Vergangenheit sowohl für eine Überraschung als auch für einen rettenden Regenschirm zu haben – war diesmal ebenfalls nicht von der Partie.

Immer mehr Multimeterhersteller

Das Fehlen von Danaher kompensierte die TerInvest durch massiertes Einladen kleinerer Unternehmen – im Multimeter- und Isolationsmessungsbereich wimmelte es.
Hervorzuheben ist hier die PanControl – neben einem Stand parkierte man ein durchaus witzig aufgemachtes Werbeauto zwischen den beiden Hallen.

Linse in Rosarot – oder – Silikat zum Färben von optischen Gläsern

Optische Gläser sind im Bezug auf die optischen Eigenschaften den meisten farbigen Gläsern überlegen. Der auch an Prototypenmengen interessierte Glasfertiger EcoGlass begegnet diesem Problem mit einer als SOL-GEL bezeichneten Technologie.

Dabei handelt es sich um eine dünne Silikonoxidschicht, die auf dem optischen Glas aufgebracht wird und seine Farbe verändert. Vorteil der Technik ist, dass sie die zugrundeliegenden optischen Eigenschaften nur wenig verändert, und sowohl gegen Chemikalien als auch gegen Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius robust ist.

Leicht reparierbarer Roboter

Am Stand der BeeWaTec zeigte man mit wheel_me einen Industrieroboter, der auf Flexibilität und einfache Reparatur ausgerichtet ist.

Ob der Konstruktion aus Stäben ist die Größe der Tragefläche leicht anpassbar. Ein besonderer Clou findet sich indes in den Rädern – diese sind sowohl auf Rollen als auch auf Radmodulebene vor Ort austauschbar, was die Verfügbarkeit des Robotersystems erhöht.

Mit Sensit zu Braten bzw. Erfolg

Wer einen Retigo-Konvektomaten sein Eigen nennt, kennt die für Prager Schinken und Co immens hilfreiche Mehrpunkt-Temperatursonde mit Sicherheit. Ein durchaus interessanter “Nebeneffekt” der Entscheidung der TerInvest, kleinere Unternehmen bzw Aussteller zu forcieren, ist das Auftauchen exotischer Firmen. Der Hersteller der Bratentemperatursonde ist das Unternehmen Sensit – es war ebenfalls vor Ort.

Ein Distributor auf Abwegen

RayService ist als zentraleuropäische Distributionsstelle für alle Arten von Steckverbinder bekannt. Weniger bekannt ist, dass sich das Unternehmen auch in Sachen Kabelfertigung gut eingerichtet hat und mittlerweile 80% seines Umsatzes abseits der Distribution erwirtschaftet.

Als Tätigkeitsbereiche avisiert man dabei die in den Abbildungen gezeigten Bereiche.


Interessant ist, dass sich die Kunden daran durch die Bank nicht zu stören scheinen – im Gegenteil freut man sich, so der Grundtenor, sogar über die höhere Erfahrung des Verkaufspersonals.

Hoch hinaus mit Elektromotor

Am Stand von MGM COMPRO ist sofort klar, dass die eigene Turbine im Vordergrund steht. Beim hier gezeigten Motor handelt es sich indes nicht um einen Windgenerator, sondern um einen Ersatzantrieb für Flugzeuge.

Das aus Zlin stammende Unternehmen plant für 2026 einen Erstflug eines Passagierflugzeugs auf Basis der Turbine. Als “Airfoil” ist dabei höchstwahrscheinlich die unter https://en.wikipedia.org/wiki/Evektor_EV-55_Outback im Detail beschriebene Maschine vorgesehen – das Standpersonal sprach von einer “LET410-artigen Maschine” und zeigte ein Bild, das an die (mit der LET410 größenmäßig nicht vergleichbare) EV-55 erinnerte.

Rückwirkend: lauert hier Lustiges?

Vielleicht konnte sich der Autor einen kleinen Scherz nicht verkneifen. Wer als Erster einen Scherz findet, soll ein Kommentar posten und bekommt eine kleine Überraschung!

Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News

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