Ob der Größe der Messe gab es auch am dritten Tag einiges an Neuigkeiten zu sehen. Neben einer – nur als Ankündigung gezeigten – neuen PIC32-Familie zeigte Nuvoton neue MCUs. Außerdem gab es Sensoren samt innovativen Anwendungsszenarien zu sehen; Analog Devices demonstrierte ein Stethoskop auf Basis eines Accelerometers. Zu guter Letzt gibt es in Sachen Nicht-SPe-Steckverbinder die eine oder andere Portfolioergänzung.
Nuvoton – neue MCU für USB PD
Im Hause Nuvoton arbeitet man permanent an der Spezialisierung – die neueste MCU ist ein Low Power-System auf Basis eines Cortex-M23. Als besonders relevanten Anwendungsfall hat Nuvoton dabei USB Power Delivery auserkoren.
(Bildquelle, alle wo nicht anders angegeben: Tamoggemon Holding k.s.)
Außerdem zeigte man eine Demo, die den vor der Show angekündigten AI-Mikrocontroller zur Skelettierung von vor dem Sensor angetroffenen Personen heranzog – Ähnlichkeiten zum Kinect sind auch hier rein zufällig.
Zu guter Letzt gibt es ein Slidesheet mit Informationen zur hauseigenen MPU.
Microchip PIC32A – neue 32bit-MCUs mit starker Analogperipherie und FPU um rund 1USD
Am Stand von Microchip nicht zu sehen war eine neue Variante der PIC32-Familie, die sich überblicksweise wie im Architekturdiagramm gezeigt präsentiert.
Bildquelle: Microchip
Zur eigentlichen technischen Ausstattung vermeldet Microchip dann folgendes:
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Die 200-MHz-/32-Bit-PIC32A-Reihe wurde entwickelt, um den Bedarf an externen Komponenten deutlich zu reduzieren. Sie verfügt über integrierte, schnelle Analog-Peripherie, 12-Bit-A/D-Wandler mit bis zu 40 MSamples/s, schnelle Komparatoren (5 ns) und Operationsverstärker mit 100 MHz Verstärkungsbandbreitenprodukt (GBWP) für intelligente Flankenerkennung. Diese Funktionen und eine hochleistungsfähige CPU ermöglichen das Ausführen mehrerer Funktionen auf einer einzigen MCU, was die System- und Stücklistenkosten optimiert. |
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Zusätzlich sind Hardware-Sicherheitsfunktionen wie Fehlerkorrektur (ECC) für Flash und RAM, Memory Built-In-Self-Test (MBIST), I/O-Integritätsüberwachung, Taktüberwachung, unveränderlicher sicherer Start und Flash-Zugriffskontrolle integriert. Damit ist eine sichere Ausführung von Software-Code in Embedded-Steuerungen möglich. |
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Eine 64-Bit-Fließkommaeinheit (FPU) in den PIC32A-MCUs verwaltet daten- und rechenintensive Anwendungen effizient und vereinfacht die Übernahme modellbasierter Designs. Die MCUs unterstützen Entwickler bei der beschleunigten Ausführung rechenintensiver Anwendungen, die hohe Leistungsfähigkeit bei Sensorschnittstellen und Datenverarbeitung erfordern. |
Unter der URL https://www.microchip.com/en-us/products/microcontrollers-and-microprocessors/32-bit-mcus/pic32a findet sich schon jetzt eine Modellübersicht. Die versprochenen Preispunkte erreicht das Produkt dabei – wie in der Abbildung gezeigt – im Allgemeinen.
Bildquelle: https://www.oemsecrets.com/compare/PIC32AK6416GC41036
SiliconLabs – im Zeichen des Energy Harvesting
Im Hause SiliconLabs – unter Anderem stellt man den Mikrocontroller für den Arduino Nano Matter – zeigte man vor Allem Demos, die sich mit Energy Harvesting auseinandersetzten. Die in der Abbildung gezeigte Demo ist dabei insofern besonders, als sie ein ePaper-Display mit der erbeuteten Energie mitversorgt.
npZero – Beginn des Evaluationsboard-Versands steht bevor
npZero – das skandinavische Unternehmen bietet einen „Sensor-Überwachungs-IC“ an, der ob seines von einem Zustandsautomaten abgeleiteten inneren Aufbaus nur sehr wenig Strom verbraucht – gibt es Bewegung. Der bisher nur als Emulator verfügbare (und von der Programmierung her nicht sonderlich komplexe) Chip ist am Weg in die Fertigung.
Dem Newsautor wurde zugesagt, dass der Versand der Evaluationsboards im Laufe der nächsten Wochen beginnen wird. Unklar ist indes, was die Platinen kosten und wie die Reihung der Kunden erfolgt.
Fixed Function-ICs für Wakeword-Erkennung und mehr
Das Start-Up PIMIC schickt zwei ICs ins Rennen, die bestimmte häufig anzutreffende Aufgaben im Audiobereich als Fixfunktionseinheit anbieten. Neben Wakeword-Erkennung gibt es auch ein Bauteil, das sich auf die Geräuschqualitätsverbesserung von Mikrophonen spezialisiert hat.
Für den NC100 soll ein Evaluationsboard im dritten Quartal verfügbar werden, während die Wakeword-Engine wohl erst im nächsten Jahr samplebar sein wird.
Renesas RZ/V2N – neue Vision-MPU der Mittelklasse
Eine weitere vor Allem „digital“ wahrzunehmende Meldung betrifft eine neue Vision-MPU aus dem Hause Renesas. Spezifischerweise kommt eine neue MPU auf den Markt, die die Familie erweitert:
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Similar to its high-end device, the RZ/V2H, the new RZ/V2N MPU comes with Renesas’ proprietary AI accelerator, DRP (Dynamically Reconfigurable Processor)-AI3, boasting 10 TOPS/W (Tera Operations Per Second Per Watt) power efficiency and an AI inference performance of up to 15 TOPS through its advanced pruning (Note 1) technology. With the latest addition of the RZ/V2N, the RZ/V series has now expanded to cover a full range of markets, from the low-end RZ/V2L (0.5TOPS) to the high-end RZ/V2H (up to 80 TOPS). |
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The new MPU is significantly smaller than the RZ/V2H, with its package area measuring only 15 mm square, reducing the area required for mounting by 38%. Inheriting the advanced features of the RZ/V series, the RZ/V2N combines high AI performance with low power consumption |
Bildquelle: Renesas, via https://www.renesas.com/en/about/newsroom/renesas-extends-mid-class-ai-processor-line-rzv2n-integrating-drp-ai-accelerator-smart-factories-and
Zu den technischen Daten der ab 19. März erhältlich werdenden MCU vermeldet man folgendes:
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Similar to the RZ/V2H, the new RZ/V2N is equipped with four best-in-class Arm® Cortex®-A55 CPU cores and a single Cortex-M33 core, coupled with a high-quality image signal processor (ISP), Arm Mali-C55. The RZ/V2N also has two channels of MIPI camera interfaces, which allow two cameras to be connected to capture double-angle images. |
Eclipse Foundation – Open Hardware-Mikrocontroller im Anmarsch
OpenHW ist – nun als OpenHW Foundation – Teil der Eclipse Foundation. Ziel ist das Anbieten eines komplett quelloffenen Embedded-System-Stacks. Mit dem in der Abbildung gezeigten Core-V steht ein im 22nm-Prozess gefertigter Chip auf Basis von RISC/V ante Portas.
OnSemi – iTOF-Sensoren, Infrarot und mehr
Im Hause ONSemi lag der Fokus der Neuerungen auf Sensoren – die hauseigenen iTof-Sensoren (denke: Kinect) haben ein mit klassischen RGB-Sensoren vergleichbares Interface, was die Schaltungsintegration erleichtert. Außerdem vermeldet man die folgenden Komfortfeatures:
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Neu: onsemi stellt mit der Serie Hyperlux™ ID die branchenweit ersten Echtzeit-iToF-Sensoren (indirect Time of Flight) vor, die präzise Langstreckenmessungen und 3D-Bildgebung von sich schnell bewegenden Objekten ermöglichen. Durch die eigene Global-Shutter-Pixelarchitektur von onsemi und integrierten Speicher kann Hyperlux ID eine gesamte Szene erfassen und gleichzeitig Tiefenmessungen in Echtzeit verarbeiten. Dieser neue Ansatz umgeht die Einschränkungen von Standard-iToF-Sensoren und ermöglicht eine Tiefenmessung bis zu 30 m oder viermal weiter als Standard-iToF-Sensoren – und das alles in einem kleineren Formfaktor. Die Sensoren sind auch in der Lage, monochrome (schwarz-weiß) Bilder und Tiefeninformationen gleichzeitig zu erzeugen. Damit liefern die Sensoren eine umfassende Ansicht der Umgebung, ohne dass separate Sensoren für visuelle und Tiefendaten erforderlich sind. |
Außerdem zeigte man eine Infrarotkamera, die zur Inspektion von Wafern vorgesehen ist – einzigartig ist die Fähigkeit des Infrarotes, „in“ den Wafer hineinzusehen.
Interessant ist ausserdem, dass verschiedene Hersteller von smarten Kameras wie die eConSystems bereits fertige Module auf Basis der neuen Sensoren anbieten.
TropicSquare – komplett quelloffener Sicherheitschip
Im Bereich TPM und Co herrscht über die Implementierungen nur allzu gern Stillschweigen: wer ein Datenblatt zu ziehen gedenkt, darf oft ein NDA unterschreiben.
TropicSquare bietet nun eine quelloffene TPM-Implementierung an. Im Moment sind die TPMs bereits als Engineering Sample erhältlich, netterweise in Form eines Click-Boards.
FPGAs, zur Ersten – AMD UltraScale+
Im Hause AMD schickt man ein neues FPGA ins Rennen, das auf IO-lastige Anwendungen optimiert ist. Die Grafik verortet das Bauteil in der restlichen FPGA-Familie aus dem Hause AMD.
FPGAs, zur zweiten – Altera Agilex 3
Nach der Vorstellung des Agilex 5 kommt nun ein kleineres System an den Start – interessant ist, dass es – wie in der Abbildung gezeigt – in weiten Bereichen mit dem Agilex 5 pinkompatibel ist. Das hier gezeigte Evaluationsboard entstand durch „BOM-Anpassung“; im laufenden Betrieb wurde es etwas wärmer als handwarm.
Der Agilex 3 ist dabei eine funktionsumfangsreduzierte Variante des Agilex 5; insbesondere im Bereich der kleineren Familienmitglieder gab man am Stand die Parole des „pure FPGA“ aus. Darunter versteht Intel sein FPGA-Bauer vor Allem, dass nur wenig Fixfunktionseinheiten auf den Chips unterkommen. Im Zusammenhang mit der stark reduzierten Gatteranzahl führt dies auch zu geringerem Stromverbrauch.
ASUS IoT – Industrie-PCs auf Basis von NVIDIA Jetson
Computer Vision wird immer wichtiger: die von Richard Rieger seit Jahren gekonnt geleitete IoT-Abteilung liefert nun, wie in der Abbildung gezeigt, neue Industrie-PCs auf Basis dieser Technologie ins Rennen.
Interessant ist ein auf der Rückseite befindlicher DB9-Stecker, der die verschiedenen GPIO-Signale des SoCs exponiert.
Wago – Wagoklemme X Stecker
Wago setzt die hauseigenen Kabelklemmen fortan auch „hinten“ an Steckverbinder, was das Anstecken der erbeuteten Kabel erleichtert.
Phoenix Contact – innovatives Gehäuse
Phoenix erweitert einerseits die bekannte Mausefalle-Technik, um neue Formfaktoren und Kabeldicken abbilden zu können. Andererseits zeigt man ein neues Gehäuseschema, das mit einigen interessanten konstruktiven Besonderheiten aufwartet.
Die asynchrone Länge der Front- und Rückseite ermöglichen einerseits das Installieren verschiedener externer Steckverbinder, andererseits aber das simple Einbauen von Platinen.
Zuerst erschienen bei Mikrocontroller.net News
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